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Attribute einfach verstehen: So beschreiben Sie Menschen und Dinge genauer

Vergleichen Sie einmal diese beiden Sätze: „Eine Frau wartet“ und „Eine junge Frau mit einem roten Koffer wartet“. Im zweiten Satz erfahren wir deutlich mehr über die Person. Möglich machen die sogenannten Attribute. 

Der Fachbegriff klingt zunächst kompliziert, doch Attribute verwenden wir ständig. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen bei Lingunection Hamburg, welche Formen es gibt, wie Sie diese erkennen und wie Sie damit Ihre eigenen Beschreibungen erweitern. 

Was ist ein Attribut? 

Ein Attribut ist eine nähere Bestimmung zu einem Bezugswort, häufig einem Nomen. Es ergänzt beispielsweise eine Eigenschaft, eine Zugehörigkeit oder einen Ort. 

Im Ausdruck „das große Haus“ beschreibt „große“ eine Eigenschaft des Hauses. Bei „das Haus meiner Tante“ erfahren wir, wem es gehört. Beide Ergänzungen sind Attribute, obwohl sie unterschiedlich aufgebaut sind. 

Attribute sind normalerweise Teile eines Satzglieds, keine eigenständigen Satzglieder. Sie können aus einem einzelnen Wort, einer Wortgruppe oder einem ganzen Nebensatz bestehen. Je nach Form stehen sie vor oder hinter ihrem Bezugswort. 

Müssen Attribute grammatisch angepasst werden? 

Nicht alle Attribute verändern ihre Form. Bei einem vorangestellten Adjektiv richtet sich die Endung nach dem Genus, Numerus und Kasus des Nomens sowie nach dem verwendeten Artikel. 

Dabei unterscheidet man: 

  • Genus: maskulin, feminin oder neutral. 
  • Numerus: Singular oder Plural. 
  • Kasus: Nominativ, Akkusativ, Dativ oder Genitiv. 

Das erkennen Sie beispielsweise an „ein heißer Tag“, „eine heiße Herdplatte“ und „ein heißes Getränk“. Ein adverbiales Attribut wie „dort“ bleibt dagegen unverändert. 

Sechs häufige Attributarten im Überblick 

  1. Adjektivattribut: Welche Eigenschaft hat etwas?

Ein Adjektivattribut steht gewöhnlich zwischen dem Artikel und dem Nomen. Es beschreibt, wie eine Person oder Sache ist. 

Beispiel: „Vorsicht, das ist eine heiße Herdplatte!“ 

Das Wort „heiße“ bestimmt „Herdplatte“ näher. Die Endung passt zur grammatischen Form der Wortgruppe. 

Weitere Beispiele sind „ein heißer Tag“, „ein heißes Getränk“ und „die heißen Herdplatten“. 

Wichtig ist die Unterscheidung zu einem Satz wie „Die Herdplatte ist heiß“. Hier ist „heiß“ kein Attribut, sondern wird prädikativ verwendet.

 

2.Präpositionales Attribut: Eine Wortgruppe ergänzt das Nomen

Diese Attributart beginnt mit einer Präposition, beispielsweise „mit“, „aus“, „in“ oder „von“. Die Wortgruppe steht hinter dem Nomen und beschreibt es genauer. 

Beispiel: „Der Nachbar aus dem dritten Stock hört Musik.“ 

Welcher Nachbar ist gemeint? Der Nachbar aus dem dritten Stock. Die Ergänzung bezieht sich auf „Nachbar“ und ist deshalb ein präpositionales Attribut. 

Weitere Beispiele sind „die Tasche mit dem langen Henkel“ oder „das Café an der Ecke“.

 

3.Genitivattribut: Wessen ist das?

Ein Genitivattribut kann eine Zugehörigkeit, einen Besitz oder eine andere Beziehung ausdrücken. Die ergänzende Wortgruppe steht im Genitiv – nicht automatisch das Bezugswort selbst. 

Beispiel: „Das Auto meines besten Freundes ist kaputt.“ 

Mit der Frage „Wessen Auto ist, kaputt?“ erkennen Sie das Attribut: „meines besten Freundes“. 

Meist steht diese Ergänzung hinter dem Nomen. Bei Namen ist auch die umgekehrte Reihenfolge üblich: „Annas Auto“.

 

4.Adverbiales Attribut: Welches genau – dort oder gestern?

Auch ein Adverb kann ein Nomen näher bestimmen. Es bleibt dabei unverändert und steht häufig hinter dem Bezugswort. 

Beispiel: „Wir besuchen das Restaurant gegenüber.“ 

„Gegenüber“ erklärt, welches Restaurant gemeint ist. Weitere Beispiele sind „der Termin morgen“ und „die Nachrichten gestern“. 

Achten Sie darauf, worauf sich das Adverb bezieht: In „Der Ausflug gestern war schön“ ist „gestern“ ein Attribut zu „Ausflug“. In „Der Ausflug fand gestern statt“ ist es dagegen eine selbstständige Zeitangabe zum Geschehen.

 

5.Apposition: Ein Nomen wird anders benannt

Eine Apposition ergänzt ein Nomen durch eine weitere substantivische Bezeichnung. Eine lockere Apposition wird durch Kommas abgetrennt und steht normalerweise im gleichen Kasus wie ihr Bezugswort. 

Beispiel: „Philipp, mein Stiefbruder, fährt mit dem Auto.“ 

Die Ergänzung „mein Stiefbruder“ erklärt, wer Philipp ist. 

Steht das Bezugswort im Dativ, zeigt sich die Anpassung entsprechend: „Ich fahre mit Philipp, meinem Stiefbruder, nach Hamburg.“ 

Nicht jede Apposition steht zwischen Kommas. Enge Verbindungen wie „meine Schwester Anna“ werden gewöhnlich ohne Kommas geschrieben.

 

6.Relativsatz: Ein ganzer Nebensatz als Attribut

Manchmal reicht ein einzelnes Wort nicht aus, um etwas genauer zu beschreiben. Dann kann ein Relativsatz die Funktion eines Attributs übernehmen. 

Beispiel: „Das Buch, das auf dem Tisch liegt, gehört mir.“ 

Der Nebensatz erklärt, welches Buch gemeint ist. Er wird durch Kommas vom übergeordneten Satz getrennt. Steht er am Satzende, genügt davor ein Komma: „Das ist das Buch, das auf dem Tisch liegt.“ 

Das Relativpronomen richtet sich in Genus und Numerus nach dem Bezugswort. Sein Kasus ergibt sich dagegen aus seiner Funktion im Relativsatz. 

Zum Vergleich: „Der Hund, den ich gestern gesehen habe, gehört meiner Nachbarin.“ 

„Hund“ ist maskulin und steht im Singular. Im Relativsatz ist der Hund das Akkusativobjekt zu „gesehen habe“ – deshalb lautet das Relativpronomen „den“. 

So finden Sie Attribute in einem Satz 

Suchen Sie zunächst das Nomen und prüfen Sie anschließend, welche Wörter es genauer bestimmen. Hilfreiche Fragen sind „Was für ein …?“, „Welcher …?“ oder „Wessen …?“. 

Ein Nomen kann auch mehrere Attribute haben: 

„Die freundliche Frau mit dem roten Koffer, die am Bahnhof wartet, ist meine Tante.“ 

Hier wird „Frau“ durch ein Adjektivattribut, ein präpositionales Attribut und einen Relativsatz beschrieben. 

Übung: Welche Attributart erkennen Sie? 

Bestimmen Sie jeweils die Art der fett markierten Ergänzung. 

  1. Der Mann, der gestern bei uns war, kommt heute wieder
  2. 2.Der örtliche Unternehmer hat den Auftrag erhalten. 
  3. Das Buch auf dem Tisch gehört meiner Schwester.
  4. Der Ausflug gestern hat uns gut gefallen.
  5. Das Haus meiner Tante hatte einen Wasserschaden.
  6. Philipp, mein Stiefbruder, fährt mit dem Auto. 

Die Lösungen mit kurzer Erklärung 

  1. Relativsatz: „der gestern bei uns war“ ist ein Nebensatz, der den Mann näher beschreibt.
  2. Adjektivattribut: „örtliche“ steht vor „Unternehmer“ und bestimmt das Nomen genauer.
  3. Präpositionales Attribut: „auf dem Tisch“ beginnt mit einer Präposition und erklärt, welches Buch gemeint ist.
  4. Adverbiales Attribut: „gestern“ bezieht sich auf „Ausflug“ und grenzt ihn zeitlich ein.
  5. Genitivattribut: „meiner Tante“ beantwortet die Frage „Wessen Haus?“.
  6. Apposition: „mein Stiefbruder“ ist eine zusätzliche substantivische Bezeichnung für Philipp.

Mit Lingunection Hamburg Grammatik sicher anwenden 

Attribute helfen Ihnen, genauer zu beschreiben und Informationen miteinander zu verbinden. Wenn Sie ihre Formen erkennen, können Sie auch längere Sätze leichter verstehen und eigene Texte abwechslungsreicher gestalten. 

Bei Lingunection Hamburg lernen Sie, deutsche Grammatik Schritt für Schritt anzuwenden. In unseren Deutschkursen von A1 bis C2 verbinden Sie grammatische Grundlagen mit praktischen Übungen für Alltag, Ausbildung und Beruf. 

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